Eine Robbe am Strand – was tun?

Der erste Reflex beim Fund einer Robbe: Man möchte helfen. Doch nicht jede allein liegende Robbe ist ein mutterloser Heuler, der tatsächlich Hilfe benötigt. Die Beurteilung der Situation muss den Fachleuten überlassen werden. Daher unbedingt beachten:

  • größtmöglichen Abstand halten und nicht den Weg zum Wasser versperren, damit die Mutter wieder zu ihrem Jungtier finden kann.
  • Leise sein, um das Tier nicht zu beunruhigen.
  • Das Tier auf gar keinen Fall anfassen – auch zur eigenen Sicherheit, denn Robben können heftig beißen und Krankheiten übertragen.
  • Hunde und andere Tiere anleinen bzw. fernhalten, um dem Findling Stress zu ersparen und die Übertragung von Krankheiten zwischen Robbe und Hund bzw. anderen Tieren zu vermeiden.
  • Den Fundort via Robben.App melden, damit sich Fachleute um das Tier kümmern können.

www.nationalpark-wattenmeer.de

»Robben-App«

Mit der Robben.App kann jeder den Seehundjäger:innen dabei helfen dafür zu sorgen, dass die Robben und Wale bei uns an der Küste gut leben können. Wenn ein Tier gefunden wird, von dem man selbst glaubt, dass es Hilfe braucht, kann es mit der Robben.App gleich an die Seehundjäger:innen gemeldet werden. So kann man sicher sein, dass diese Expert:innen direkt alle Infos haben, die sie brauchen, um die Fundstelle schnell zu finden und das Tier zu erkennen www.nationalpark-wattenmeer.de/wissensbeitrag/robbenapp.

»Heuler«

»Heuler« sind junge Seehunde im Alter von erst wenigen Tagen bis zu drei Wochen, also während der Säugezeit, wenn sie dauerhaft ihre Mutter verloren haben. Eine solche Trennung kann durch natürliche Ursachen wie Sommerstürme, Krankheit oder Tod der Mutter, aber auch menschliche Einflüsse zustande kommen. www.nationalpark-wattenmeer.de

Von wandernden Sandkörnern

Buchvorstellung im Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt

Strände sind Fundgruben des Wunderbaren. Außer rieselndem Sand und berauschenden Wellen, haben selbst die scheinbar ödesten Strände noch unglaublich viel zu bieten. Darüber schreibt im Buch STRAND der Sylter Meeresbiologe und Küstenforscher Professor Karsten Reise. Er befasst sich seit fünf Jahrzehnten auf der Insel mit Dünen, Watt und Strand.

Für das Strandbuch hat er sich mit der ZEIT-Journalistin Hella Kemper aus Hamburg zusammengefunden. Während der Wissenschaftler über die Natur der Strände schreibt, widmet sich die Journalistin der Strandkultur. Im Buch geht es neben seltsamen Strandvögeln über Ideen die am Strand geboren wurden, über streng bewachte und über sittenlose Strände. Reflektiert wird über allerlei Angespültes. Und ein Abschnitt gilt der Erforschungsgeschichte mikroskopisch kleiner Tierchen in den feuchten Sandlücken eines Strandes, der direkt neben dem Lister Fähranleger liegt.
Auf rund 120 unterhaltsamen Seiten wird unser Blick auf die Strände von Nord- und Ostsee und darüber hinaus gelenkt. Außer über Strandbilder von Max Beckmann, gemalt im Exil nach Postkarten, erfahren wir, dass der später als Skagen-Maler berühmt gewordene Peder Severin Krøyer seinen ersten Auftrag schon als Schüler erhielt. Sein Ziehvater war Professor für Meeresbiologie an der Universität von Kopenhagen. Er zeigte ihm winzige Krebstiere unterm Mikroskop. Die zeichnete der junge Peder Severin so, dass sie in der Fachzeitschrift der Royal Society of Science veröffentlicht wurden.

Beide Autoren schwimmen nicht nur leidenschaftlich in den wuchtigen Sylter Wellen, sondern stellten ihr Strandbuch am 1. Juli bei uns vor. Der STRAND erschien Ende Mai im Hamburger KJM-Verlag und kostet 20 Euro.

Buchvorstellung STRAND