Geschützte Strandbrüter auf Sylt

In den Frühlings- und Sommermonaten fliegt und zwitschert es rund um die Brutinsel auf der Südseite des Ellenbogens Richtung Königshafen. Zwergseeschwalben und Küstenseeschwalben ziehen dort seit Jahren ihre Küken groß – geschützt durch einen Elektrozaun. Dieser hält Prädatoren, wie den Fuchs, davon ab, sich die wertvollen Küken zu holen. Das Wasser kann der Zaun jedoch nicht aufhalten. Und genau daran lag in den vergangenen Jahren die Gefahr für die streng geschützten Vogelarten. Beide stehen auf der roten Liste und es gibt nur noch 500 bis 600 Brutpaare der Zwergseeschwalbe deutschlandweit. Davon waren im letzten Jahr etwa 60 Brutpaare auf dem Ellenbogen also zehn Prozent des gesamten deutschen Bestandes.

In 2024 sorgten viele Sommertage mit hohen Wasserständen für sogenannte Kükenfluten. Dabei werden die Gelege oder jungen Küken durch das Wasser weggeschwemmt und oder derartig ausgekühlt, dass sie sterben. Aufzucht per Hand, Wegsammeln der Gelege vor der Flut und wieder ausbringen ins Gebiet nach der Flut wurden ausprobiert – teilweise mit sehr guten Erfolgen. Negativer Aspekt dabei: Es wird sehr stark in die Natur eingegriffen und deshalb gibt es für dieses Jahr andere Pläne: Die Brutpaare sollen in hochwassersichere Gebiete gelockt werden. Das soll durch frühzeitiges Aussetzen von Vogelattrappen in die Dünenränder gelingen. Die sich einfindenden Seeschwalbenpaare sehen dann hoffentlich ihre künstlichen Artgenossen und suchen sich in direkter Nachbarschaft ihren Brutplatz. Unsere Naturgewalten-Freiwilligen und Nationalpark-Rangerin Anne Schacht halfen mit beim Aufbau des Schutzzaunes Anfang März.

Wer das tierische Brutgeschäft beobachten möchte, sollte sich ab Mitte Mai aufmachen zum Ellenbogen, mit Fernglas ausgestattet, um von weitem die faszinierenden Vögel in aller Ruhe beobachten zu können.

Strandbrüter

Brutzeit im Nationalpark

Wie jedes Jahr helfen unsere Freiwilligen bei der Schutzgebietsausweisung. Richtung Königshafen wird die Schutzzone 1 abgesperrt, weil sich die Natur dort ungestört entwickeln soll und die Nehrungen sehr wichtige Ruheplätze zu Hochwasserzeiten für die Vögel sind. »Heute waren die Sandregenpfeifer unermüdlich am Balzen hinter dem Zaun. Vielleicht gibt es dieses Jahr wieder Bruterfolg«, freut sich Nationalpark-Rangerin Anne Schacht. Südlich vom Hafen wurde auch wieder eine temporäre Ruhezone für rastende und brütende Vögel eingerichtet. Dort gab es die letzten Jahre Bruterfolg bei den Sandregenpfeifern und Schlupferfolg bei den Küstenseeschwalben. Die ersten Lämmer sind schon im Listland unterwegs – auch auf sie gilt es Rücksicht zu nehmen, indem Hundebesitzer:innen ihre Tiere an der Leine halten und nicht quer durchs Gebiet frei laufen lassen.

Schutzzäune 2021