AWI-Vortrag: Süßwasser unter dem Meer

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Sylter Meeresforschungseinrichtung haben Mitarbeitende der Wattenmeerstation Sylt Vorträge zu verschiedenen Themen vorbereitet: Gastforschung, Meeresschutzgebiete, Fischmonitoring, Süßwasserquellen unter dem Meer und die Geschichte der Unterwasserlebewesen vor Sylt. Dauer: 60 bis 90 Minuten. Der letzte Vortrag dieser besonderen Reihe findet am 23. Oktober, um 19 Uhr, statt. Thema: Süßwasser unter dem Meer – eine potenzielle Quelle der Zukunft?

Nahezu 99 Prozent des weltweiten flüssigen Süßwassers befindet sich im Boden als Grundwasser. In vielen Teilen der Welt dient Grundwasser als einzige Quelle für sauberes Trinkwasser. Besonders Küstengebiete, die nahezu 40 Prozent der globalen Bevölkerung beherbergen, haben einen erheblichen Bedarf an Frischwasser. Gleichzeitig sind in diesen Regionen die Grundwasserbestände durch Salzwasserintrusionen und den ansteigenden Meeresspiegel besonders gefährdet und stehen vor der Bedrohung der Übernutzung. Ein internationales Forschungsteam beschäftigt sich derzeit mit der Frage, ob Offshore-Grundwasser in ariden Küstengebieten in Zukunft als potenzielle Quelle für Trinkwasser genutzt werden könnte. Gäste erhalten Einblicke in faszinierende Unterwasserwelten und potenzielle zukünftige Frischwasser Ressourcen. Der Eintritt ist frei.

Da die Platzanzahl begrenzt ist, wird um Reservierung über das Ticketsystem gebeten. Tickets und Infos: www.naturgewalten-sylt.de/vortraege. Treffpunkt: Eingangsbereich der Wattenmeerstation Sylt, Hafenstraße 43, List. Hunde sind nicht erlaubt.

Ausreichend Parkplätze gibt es auf dem Hafenparkplatz wenige Gehminuten von der Wattenmeerstation entfernt.

Süßwasser

Deutsche Aktionstage Nachhaltigkeit auf Sylt: Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft

Vom 20. bis zum 26. September fanden auf Sylt die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt, eine Veranstaltungsreihe der Sylt Marketing Gesellschaft (SMG) in Zusammenarbeit mit den Tourismus-Services der Insel, dem Erlebniszentrum Naturgewalten, der Schutzstation Wattenmeer, dem Alfred-Wegener-Institut sowie dem Bürgernetzwerk »Merret reicht’s«.

Die Aktionstage haben das Ziel, nachhaltiges Engagement auf der Insel sichtbar zu machen, neue Impulse zu setzen und mehr Menschen dazu zu bewegen, nachhaltig in ihrem Alltag zu handeln. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen bildet dabei den inhaltlichen Bezugspunkt und roten Faden für alle geplanten Veranstaltungen.

Während der sechs Veranstaltungstage bot das Programm sowohl Menschen jeden Alters als auch lokalen Partner:innen die Gelegenheit, sich intensiv mit den 17 Nachhaltigkeitszielen auseinanderzusetzen. Das Programm umfasste unter anderem informative Führungen, interaktive Workshops sowie Weiterbildungsangebote im Bereich Ernährung und Speisekartengestaltung.
Wir, das Team Naturgewalten, hatten eine Küstenschutzführung im Programm, nahmen Interessierte mit in die Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts, öffneten unser Wattlabor für Familien und organisierten in Kooperation mit dem Green Screen Naturfilmfestival einen Nordsee-Filmvormittag für die Sylter Grundschulen.

Heideschild Nachhaltigkeitstage

Nachhaltigkeits-Preis für NABU-Kooperationsprojekt

Der NABU lädt mit seiner neuen virtuellen Welt NordseeLIFE (www.nordseelife.de) dazu ein, die faszinierenden Lebensräume der Nordsee und ihrer Bewohner:innen kennenzulernen. Wir haben im Erlebniszentrum ein eigenes Terminal dafür, an dem unsere Gäste das Leben in der Nordsee erkunden können.

Jetzt hat NordseeLIFE einen Preis gewonnen: https://www.anthemawards.com/winners/list/entry/#!sustainability-environment-climate/digital-innovative-experiences/northsealife/0/nordsee/391325.

»NordseeLIFE ist ein marines Wikipedia, umgesetzt mit den neuesten technischen Möglichkeiten. Damit wollen wir für die faszinierende Artenvielfalt über und unter Wasser sensibilisieren, Wissenschaft verständlich machen und für den Schutz der Nordsee vor den unterschiedlichsten Belastungen werben«, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Partner des Projekts sind das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt, die Naturschutzjugend Deutschlands (NAJU) sowie die Agentur Kubikfoto. Gefördert wurde das Projekt von der Deutschen Postcode-Lotterie und der nordmedia Film- und Mediengesellschaft.

NABU-Kooperationsprojekt

Neue Austernwand zieht Blicke der Gäste auf sich

Könnt ihr die Europäische und die Pazifische Auster auseinanderhalten? Wisst ihr, wieviel Wasser eine Auster pro Tag filtert? Alles Wissenswerte rund um die beiden Muschelarten findet ihr ab sofort im Themenbereich »Leben mit Naturgewalten«. Die Agentur gwf, Wissenschaftler:innen des Alfred-Wegener-Instituts und das Team Naturgewalten haben eng zusammengearbeitet. Das Ergebnis überzeugt: Aktuelle Texte, eine Fühlstation und ein Touchscreen-Monitor bereiten das Thema Lebensraum »Auster« abwechslungsreich auf. Informationen über die Wiederansiedlung der Europäischen Auster in der Nordsee runden das Angebot ab.

Austernwand

Neue Themenwand: Lebensraum Austernriff

In Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut sind wir dabei, das Thema Austern neu aufzubereiten. Unter dem Arbeitstitel »Lebensraum Austernriff« präsentieren wir die große Bedeutung der Austernbänke für die Lebensvielfalt im Wattenmeer. Beleuchtet werden sowohl die eingeschleppte Pazifische Auster als auch die im Wattenmeer ausgestorbene Europäische Auster. Vorgestellt wird auch ein Projekt zur Wiederansiedlung der Europäischen Austern in der Nordsee. Eine Fühlstation, das Modell eines Austernriffs sowie eine Medienstation runden das geplante Angebot ab. Die Fertigstellung ist für Juni dieses Jahres geplant.

Austern und Konsorten

Erweiterung der AWI-Bibliothek

»Eine Bibliothek bedeutet denken, lernen, ausschweifen, geborgen sein – und vor allen Dingen umzingelt sein von Wissen«, erklärt Prof. Dr. Karen Wiltshire, Vize-Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in ihrer Rede zur Eröffnung des Rosenthal Reading Room an der AWI-Wattenmeerstation Sylt. Sie bedankte sich von ganzem Herzen bei Prof. Dr. Harald Rosenthal, der jetzt fast ein Drittel seiner privaten Bibliothek der Forschungsstation übergeben hat. Der Rosenthal Reading Room und seine Sonderdruck- und Fachliteratursammlung steht nationalen und internationalen Gästen für Recherchearbeiten nach vorheriger Anmeldung zur Verfügung.

Rosenthal Reading Room
Eröffnung des Rosenthal Reading Rooms im AWI am Standort Sylt. 55 laufende Meter speziell zusammengestellte Fachliteratur. Unter anderem wissenschaftshistorische Dokumente aus der Biologischen Anstalt Helgoland.

Sonderausstellungen: Polarcamp und StrandGut

Mit der interaktiven Wanderausstellung »Science on the Road« macht das Alfred-Wegener-Institut die Welt aus der Sicht von Polarforschern erfahrbar. Im Zentrum des Polarcamps steht die Kabause – eine mobile Unterkunft für Forscher auf Polarexpeditionen. Der Nachbau einer Kabause wird zum begehbaren Ausstellungsraum und zeigt, wie Wissenschaftler in der Antarktis teilweise mehrere Wochen lang auf engstem Raum leben.

Ob an der Nordsee oder Stränden abseits der Zivilisation: Plastikmüll ist weltweit anzutreffen. Dabei sehen Spaziergänger am Strand nur einen Bruchteil des Mülls, der in den Ozeanen treibt oder am Meeresgrund liegt. Die Fotoausstellung StrandGut?! Plastikmüll am Meer: Ursachen und Folgen von Michael Funcke-Bartz vermittelt Informationen zu den Hintergründen und Folgen.

Fotoausstellung Strandgut

Strick-Kunstwerke zeigen Algenvielfalt

Textilkünstlerin Ute Frederich hatte im Herbst 2018 in Zusammenarbeit mit dem Erlebniszentrum Naturgewalten einen Strickwettbewerb organisiert. Thema war Kieselalgen, Blasentang und Co. Aufgerufen waren alle Strickfans, ihre Werke zu dem Thema einzureichen. Jetzt wurden die Sieger gekürt. »Ich lege gern das Augenmerk auf Dinge, die nicht offensichtlich sind, oder die einem nicht täglich begegnen«, erklärt Ute Frederich den doch ungewöhnlichen Titel des Wettbewerbs. Zuerst wollte sie gern etwas zu den europäischen und pazifischen Austern machen, bis sie Matthias Strasser, Leiter des Erlebniszentrums, in die Aquarienräume der benachbarten Wattenmeerstation des Alfred-Wegener-Instituts folgte. »Ich war dort so begeistert von der Vielfalt und Schönheit der Kieselalgengebilde, dass mir gleich der Wettbewerb in den Sinn kam. »Zahlreiche große und kleine Werke wurden im Winter an das Erlebniszentrum geschickt und im Dachgeschoss ausgestellt.

Die Gewinner haben dieser Tage Post erhalten mit neuer Wolle und Stoffen für die nächsten kreativen Stunden. »Im November startet mein nächstes Strickfestival, dazu werde ich mir bestimmt wieder etwas ganz Besonderes überlegen«, so Ute Frederich. Weitere Infos gibt es unter www.strickurlaub.de.

Strickkunstwerke

Geburtstagsfeier: 10 Jahre
Erlebniszentrum Naturgewalten

Am 21. Februar 2019 feierte das Erlebniszentrum Naturgewalten seinen zehnten Geburtstag. Rund 250 Freunde und Förderer kamen zum Jubiläum ins Foyer des Erlebniszentrums. In ihren Grußworten würdigten Ingbert Liebing (Landesregierung), Prof. Dr. Karen Wiltshire (AWI), Dr. Christiane Gätje (Nationalparkverwaltung) und die Lister Pastorin Petra Hansen die Arbeit vom Team Naturgewalten.

Der Abend war zugleich die Feuertaufe für Manfred Koch, der mit seiner ehemaligen Mannschaft vom »Alten Gasthof« die Gastronomie des Erlebniszentrums übernommen hat und ein Grünkohlbuffet vom Allerfeinsten zubereitete.

In seiner Ansprache ließ Geschäftsführer Dr. Matthias Strasser die letzten zehn Jahre Revue passieren. Er erinnerte auch daran, dass die erste Idee für ein »Meereserlebniszentrum« in List bereits im Jahr 1998 dem damaligen Bürgermeister Leo Wittmeier vorgetragen wurde. »Was damals als verrückte Idee erschien, entpuppte sich als Glücksfall für List und die ganze Insel Sylt« führte Wittmeier aus, der für dieses Jubiläum extra auf die Insel gekommen war, wie viele weitere Mitstreiter der Anfangsjahre.

Gebannt verfolgten die Gäste eine Kostprobe der Filmaufnahmen des neuen 360-Grad-Kinos, das ab 2020 die neue Attraktion des Erlebniszentrums darstellen wird. Der sogenannte Fulldome bildet den Auftakt für eine schrittweise Überarbeitung der Ausstellung in den kommenden Jahren. Künstlerische Einlagen von Laura und David Kaplan sowie dem Improvisationstheater Placebo rundeten einen Abend ab, der den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Zehn Jahre Erlebniszentrum