Zertifikat für Sylter Lernort:
Ausgezeichnetes Erlebniszentrum

Sozialminister Heiner Garg zeichnete im Juni »Lernorte für hohe Bildungsqualität« aus, darunter auch das Erlebniszentrum Naturgewalten.

Das Erlebniszentrum Naturgewalten in List erhielt als eine von drei Einrichtungen in Schleswig-Holstein erstmalig das Zertifikat »Bildungseinrichtung für Nachhaltigkeit« von Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP). »Für mich bedeutet Nachhaltigkeit Respekt vor Mensch und Natur«, betonte der Minister anlässlich der Übergabe. »Wir wollen dazu beitragen, diese Wertschätzung schon den Jüngsten zu vermitteln und auch Erwachsene immer wieder daran zu erinnern.« Sein herzlicher Dank und seine Glückwünsche galten den Beteiligten für die ausgezeichnete Arbeit. Sie trügen dazu bei, dass Nachhaltigkeit begreifbar und in der Praxis umsetzbar wird, betonte er.

Das Erlebniszentrum Naturgewalten erhielt diese Auszeichnung, die alle fünf Jahre vergeben wird, zum ersten Mal. Die Lister Bildungseinrichtung besteht seit 2009 und wurde aus einem Kreis engagierter Personen und Organisationen gegründet. Die Gemeinde List stellte den rechtlichen und organisatorischen Rahmen bereit. So konnte im Norden der Insel ein inhaltlich-konzeptionell wie baulich-technisch ambitioniertes Bildungs- und Erlebniszentrum entstehen.

Das Erlebniszentrum gebe Schulklassen und Urlaubsgästen gleichermaßen einen Einblick in das Leben in und mit der Nordsee, hieß es in der Laudatio. »Das Leben auf der Insel Sylt, der Umgang mit den Naturgewalten der Nordsee sowie der Klimawandel und seine Folgen werden in spannenden und interaktiven Darstellungen thematisiert. Ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenhänge für Menschen und Tiere werden dabei verdeutlicht.« Quelle: shz.de

Birgitt Fitschen (links) und Minister Heiner Garg (rechts) verliehen erstmals ein Nachhaltigkeits-Zertifikat an Hans-Joachim Gerds und Diane Seidel vom Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt.
Birgitt Fitschen (links) und Minister Heiner Garg (rechts) verliehen erstmals ein Nachhaltigkeits-Zertifikat an Hans-Joachim Gerds und Diane Seidel vom Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt.

Neue Mitarbeiter/innen

Alex Opris unterstützt uns seit Anfang Mai im Bistro. Der 29-Jährige kommt ursprünglich aus Rumänien, hat aber in den letzten fünf Jahren in Verona (Italien) gearbeitet. Als Oberkellner war er dort verantwortlich für die reibungslose Kommunikation zwischen Gast und Küche sowie für das umsichtige Umsorgen des Gastes während seines Aufenthaltes im Haus. Studiert hatte Alex Journalismus und PR in Bukarest.

Michael Bartz (28) ist in Niebüll geboren und hat die ersten neun Lebensjahre auf Sylt gelebt. In Freiburg studierte er Forstwissenschaften, Meteorologie und Klimatologie. Seit April ist er bei uns als pädagogischer Mitarbeiter angestellt und in der Ausstellung, bei naturkundlichen Führungen oder am Nationalpark-Seetierbecken zu finden. 2016 hat er einen sechsmonatigen Bundesfreiwilligendienstes bei der Schutzstation Wattenmeer in Rantum absolviert.

Petra Dowidziak absolviert bei uns seit April ihren Bundesfreiwilligendienst. Die sechs Monate auf Sylt sind für die 56-Jährige eine Auszeit aus ihrem sonstigen Tätigkeitsfeld. Eigentlich arbeitet sie bei der DB Systel in Frankfurt in der Marketing-Abteilung. Studiert hatte die gebürtige Mainzerin aber Architektur. Sylt kannte sie bereits aus früheren Urlauben. Die überwältigende Natur des Inselnordens und die vielfältigen, spannenden Aufgaben bei uns im Erlebniszentrum haben sie dazu bewogen, sich für diese ganz besondere Art der Auszeit zu entscheiden.

Mandy Thieme aus Dresden ist seit März fest bei uns im Team. Sie leitet naturkundliche Führungen und ist ansonsten im Bistro zu finden, wo sie unsere Gäste mit Kaffee und Kuchen versorgt. Studiert hat die 29-Jährige Übersetzen/Dolmetschen und Germanistik in Leipzig. Zwei Halbjahres-Bundesfreiwilligendienste bei der Schutzstation Wattenmeer in Morsum brachten sie auf die Insel.

Ein Hummer für unser Nationalpark-Aquarium

Jan UllemeyerPaul Walter, der letzte Krabbenfischer von Sylt hatte das 1,7 Kilogramm schwere Tier am 12. Mai 2018 vor dem Ellenbogen im Netz gehabt und uns für unser Nationalpark Aquarium überlassen. Hummer sind in der Regel im Felswatt zuhause, in deutschen Gewässern also hauptsächlich vor Helgoland. »Es waren aufregende Wochen«, erinnert sich Jan Ullemeyer (Foto), Bundesfreiwilligendienstler im Erlebniszentrum Naturgewalten. »Ich habe mir Rat von verschiedenen Seiten geholt und auch viel gelesen über Hummer.« Jeden Morgen war Jans erster Gang zum Aquarium in unserem Außenbereich, um nach seinem Schützling zu sehen. »Anhand der Spuren im Sand konnte ich erkennen, ob er im Becken herumgelaufen ist oder nur ruhig dagesessen hat.« Da die Temperaturen im Becken durch die warme Witterung immer weiter stiegen und Hummer kaltes Wasser bevorzugen, entschieden wir uns, ihn im Juni wieder zurück zu geben.

Ute Pausch jetzt Dünenrangerin

Ute PauschUte Pausch hat unser Nationalpark-Becken in List getauscht gegen hunderte von Kegelrobben auf Helgoland. Seit Anfang März arbeitet sie auf der Hochseeinsel als Dünenrangerin und fühlt sich sehr wohl. »Für ein harmonisches, naturverträgliches Miteinander zu sorgen ist meine Aufgabe«, umschreibt sie ihre neue Tätigkeit. Tägliches Robbenzählen gehört dazu, ebenso wie die Besucherlenkung auf der Düne sowie naturkundliche Führungen.

Bei uns hatte die gelernte landwirtschaftlich-technische Assistentin seit 2011 gearbeitet. Sie kam von Frankfurt am Main für einen Bundesfreiwilligendienst zu uns ins Erlebniszentrum, um eine Auszeit aus ihrer Tätigkeit als U- und Straßenbahnfahrerin zu nehmen. Ihr gefiel es so gut bei uns, dass sie nach dem Freiwilligendienst die freigewordene Stelle einer anderen Kollegin übernahm. Als pädagogische Mitarbeiterin gehörte die Ausstellungs- und Aquarienbetreuung sowie naturkundliche Führungen zu ihren Aufgaben. Wir haben Ute auch schon in ihrer neuen Heimat besucht bei unserem Betriebsausflug im April.

Karsten Reise‘s neues
Dünen-Buch erschienen

Karsten Reise: DünenWer einmal den Blick genossen hat von der Aussichtsplattform am Lister Ortsausgang Richtung Wanderdüne wird nachvollziehen können, warum Prof. Dr. Karsten Reise den Dünen ein ganzes Buch widmet. Melanie Steur sprach mit dem Autor und Wissenschaftler über das erste Dünenbuch seit 1910.

Warum gibt es bislang nur ein einziges Buch, das sich den Dünen widmet und warum schreiben Sie ausgerechnet jetzt eins?

»Weil es höchste Zeit wird (lacht). Im Ernst: Mir sind die Dünen ans Herz gewachsen. Ich habe schon als Kind in und auf ihnen getobt. Und als ich mit Alex MacLean, dem weltbekannten Luftbild-Fotografen im Mai 2015 über der schleswig-holsteinischen Westküste im Flugzeug für ein anderes Projekt unterwegs war, begeisterte uns der Blick von oben auf die prächtigen Dünen von Amrum und Sylt so, dass wir beschlossen, über sie ein ganzes Buch zu machen, denn in den vielen anderen Küstenbüchern brachten sie es höchstens bis auf ein knappes Kapitel.

In Ihrem Buch setzen Sie sich leidenschaftlich dafür ein, die Dünen wieder wandern zu lassen. Denken wir mal an die Wanderdüne, die immer näher an die L24, die Hauptverbindungsstraße nach List rückt. Die wollen Sie wirklich weiter wandern lassen?

Ja! Und ja, ich weiß auch, dass das erstmal absurd klingt. Aber gerade diese Düne ist ein tolles Beispiel. In etwa 30 Jahren ist es soweit. Dann hat sie die Straße erreicht. Aber anstatt sie festzusetzen, könnten wir doch einen Tunnel bauen und zwar bevor sie da ist.

Sie wollen ernsthaft die Dünen über die Insel spazieren lassen? Hinweg über Straßen, Hotels und Häuser?

Ja und nein. Warum suchen wir uns nicht ein paar Stellen auf der Insel, wo das machbar wäre? Südlich der Lister Strandsauna zum Beispiel oder nördlich der Buhne 16. Wir müssen ja nicht gleich in Westerland anfangen. Der Sand durch die wandernden Dünen auf der Ostseite könnte den jetzt schon herrschenden Sandmangel im Wattenmeer ausgleichen. Aktuell schützen wir die Wattseite mit Steinen. Und wir müssen sehen, wie wir die Insel für den ansteigenden Meeresspiegel fit machen. Bis eine Düne tatsächlich die Insel überquert hat, dauert es mehrere hundert Jahre. Wir hätten also genug Zeit, Pläne zu machen, wo Dünen frei wandern können und wo lieber nicht.

Den Leser erwarten in »Dünen – Wiederentdeckung einer geheimnisvollen Landschaft« 60 Luftbilder, gemacht von Alex MacLean, umrahmt von erklärenden Geschichten und Wissenswertes zu Flora und Fauna. Preis: 22 Euro.

Wanderdüne ist 40 Meter nach Osten gewandert

In unserer Ausstellung bekommt das Fotoprojekt Wanderdüne im Raum »Kräfte der Nordsee« immer viel Aufmerksamkeit seitens der Gäste. Seit 2006 läuft das Projekt, das das Wandern der Düne dokumentiert. 40 Meter entfernt vom Dünenfuß wurde das Stativ damals eingegraben, im Frühjahr 2018 dann wurde es von der Düne fast übersandet. Im Schnitt wanderte der Sandriese 3,5 Meter im Jahr Richtung Osten. Auffallend dabei ist aber, dass die Düne nicht kontinuierlich, sondern in einer Sturmsituation sprunghaft wandert. Von daher liegt die jährliche Wandergeschwindigkeit zwischen Stillstand und plus 15 Meter.

Wanderdüne Sylt

Mehr Sand für Sylter Strände

Strandbereisung820 000 Kubikmeter Sand bekommt die Insel Sylt in diesem Jahr. Bei der so genannten Strandbereisung Ende März machten sich Fachleute ein Bild vom Zustand der Strände an der Westküste. Mitarbeiter vom Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Vertreter der Inselgemeinden und des Landschaftszweckverbands Sylt berieten, an welchen Abschnitten besonderer Handlungsbedarf besteht. List bekommt 300 000 Kubikmeter; Kampen insgesamt 270 000; Hörnum 250 000.

Das Augenmerk der nächsten Jahre liege verstärkt auf der Entwicklung der Unterwasserlandschaft vor Sylts Westküste. Denn diese spiele eine entscheidende Rolle im Sand-Transport-System: Wo driftet der Sand hin, wo landet er wieder an bei bestimmten Wetterlagen, wie entwickeln sich die Meerestiefen – diese Fragen beschäftigen die Fachleute weiter. Vor List haben die Sandaufspülungen Ende April begonnen.

Muscheln und Schnecken:
viel mehr als nur leere Hüllen

Nina Hildebrandt (FÖJ) und Jan Ullemeyer (BFD)[Juni 2018] Sie sind meist klein, oft rundlich, manchmal kantig. Sie leuchten weißlich, rot, gelb oder schwarz. Mal findet man sie einzeln, mal in riesigen Mengen. Und für ein besonders hübsches Exemplar bückt sich eigentlich jeder! Denn eine bessere Urlaubserinnerung gibt es kaum. Die Rede ist natürlich von Muschelschalen. Und von Schneckenhäusern. Aber was ist da eigentlich der Unterschied? Dieser und vielen anderen Fragen geht das Nationalpark-Themenjahr »Muscheln & Schnecken« 2018 auf den Grund.

Direkt Bezug nehmend auf das Themenjahr haben Nina Hildebrandt (FÖJ) und Jan Ullemeyer (BFD) einen eigenen Vortrag dazu erarbeitet. »Wir sind beide begeisterte Muschelsammler und gehen stundenlang am Strand spazieren«, erklärt Nina. Für die 19-Jährige waren Muscheln vor ihrem FÖJ bei uns nur die leeren Schalen, die im Spülsaum liegen. Dabei vollbringen die Tiere – wie fast alle Lebewesen im Wattenmeer – eine unglaubliche Leistung: »Die Muscheln haben eine große Bedeutung für den Nationalpark, weil sie eine extreme Filterleistung erbringen. Sie sind quasi das Klärwerk, wenn man so will«, erklärt Jan, »und sie bilden mit ihren Muschelbänken einen einzigartigen Lebensraum.« Zusammen mit Nina hat er die Wintermonate genutzt und sich tief in die Biologie der Tiere eingearbeitet. Das Ergebnis ist ein 90-minütiger Vortrag, den die beiden an drei Terminen bei uns halten werden: 10. April, 15. Mai und 26. Juni – jeweils um 18.15 Uhr. Karten dafür gibt es bei uns an der Hauptkasse.

Quelle: www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/themenjahr.

Start des Newsletters

Melanie SteurMoin liebe Freunde und Förderer, liebe Gäste des Erlebniszentrums! Ich freue mich, Ihnen heute unseren neuen Newsletter zu präsentieren. Künftig wollen wir Sie alle Vierteljahr über unsere Arbeit informieren – so sind Sie immer auf dem neusten Stand, was unser Haus betrifft.

Alles, was wir von Ihnen brauchen, ist Ihre E-Mail-Adresse (Kontakt: melanie.steur@naturgewalten-sylt.de). In kleiner Auflage wird der Newsletter auch gedruckt bei uns im Zentrum ausliegen, verschickt werde soll er aber künftig in digitaler Form. Auf unserer Internetseite steht das Dokument zum Download bereit.

Herzliche Grüße aus List sendet Ihnen Melanie Steur, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ausgezeichnetes Erlebniszentrum

UrkundeDas Erlebniszentrum Naturgewalten wurde in Breklum bei der Jahrestagung der Nationalpark-Partner als einer von elf Partnern als »Umweltchecker« für die Jahre 2015–2017 ausgezeichnet. Hintergrund ist der hohe Stellenwert, den das Thema Nachhaltigkeit bei uns im Haus hat.

Das Partner-Treffen Mitte Februar nutzten die Teilnehmer außerdem, um Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und mit Fachleuten über verschiedenste Themen zu diskutieren. »Netzwerk« ist der meistgehörte Begriff für die Gemeinschaft der Nationalpark-Partner. Sie kommen aus den verschiedensten Bereichen zwischen Naturschutz und Tourismus: Es sind Betriebe, Vereine, Institutionen, Initiativen, Einzelpersonen, Kommunen, mittlerweile annähernd 180. Was sie verbindet, ist das Engagement für den Nationalpark. »Unsere Nationalpark-Partner prägen ganz entscheidend das Bild unseres Nationalparks, sowohl für Urlaubsgäste als auch für Einheimische«, so der Leiter der Nationalparkverwaltung Detlef Hansen. Das Erlebniszentrum Naturgewalten ist seit 2014 offiziell Nationalpark-Partner. Quelle: nationalpark-partner-sh.de/news/236-partnerschaft-als-netzwerk.